Man realisiert nicht…

08. November 2010

… höchstens als Architekt ein Bauvorhaben oder als Spekulant an der Börse einen Gewinn. Hatten Sie das schon realisiert bemerkt?

Das Englische „to realise“ teilt zwar einige Bedeutungen mit dem Deutschen „realisieren“, aber bislang nicht die des Bemerkens, Erfassen oder Verstehens – zumindest, wenn’s nach dem Duden geht. Aber was nicht ist, kann sich ja noch ändern…

Der kleine (Bedeutungs-)unterschied

23. Januar 2009

Modischer Umhängebeutel oder Leichensack? Das „Bodybag“ ist nur ein Beispiel für einen Scheinanglizismus — ein Lehnwort, das im Englischen keine oder eine abweichende Bedeutung hat. Als kleinen Ratgeber habe ich deshalb eine Übersicht der Scheinanglizismen angelegt, die ich im Laufe der Zeit noch ausbauen will.

Vom Hintern des Interessenten

23. Januar 2009

Wie weise ich einen englischsprachigen Kollegen korrekt auf die Rückseite eines Infoblatts hin? Die maximal peinliche Variante muß wohl das von meinen Freund und Exkollegen Kai überlieferte „Please see the backside of the prospect“ sein.

Hier haben sich gleich zwei false friends getroffen: Der Prospekt ist auf Englisch der „flyer“ oder meinetwegen auch ein „info sheet“. Ein „prospect“ hingegen ist ein Interessent oder die Aussicht auf etwas. Das wörtlich übersetzte „backside“ ist im allgemeinen eine mäßig höfliche Umschreibung für das Gesäß. Korrekt wäre „the reverse side“ oder „overleaf“.

Tankstellen auf der Flucht

13. Januar 2009

Dieses Kleinod habe ich von meinem letzten Italien-Urlaub mitgebracht. Da meine Italienisch-Kenntnisse nur sehr beschränkt sind, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, was der Slogan eigentlich bedeuten soll – ich vermute mal, daß statt „on the run“ –  was „auf der Flucht“ bedeutet – „to go“, also „zum Mitnehmen“ gemeint war.

Gesichtet an mehrerem Autobahnen in der Toscana

Gesichtet an mehrerem Autobahnen in der Toscana

Das bestätigt wieder einmal mein Vorurteil, daß Werbetexter einem Slogan zuliebe auch schon mal den Sinn opfern – zumal die Zielgruppe oft auch nur eine rudimentäre Idee von der tatsächlichen Aussage hat.

So wurde z.B. laut einer Umfrage von Endmark International Namefinding der Slogan „Come In And Find Out“ der Parfümerie Douglas von den Kunden auch schon mal als „Kommen Sie rein und finden Sie wieder raus“  gedeutet(Quelle: Stern Online).

Nicht Müssen oder Nicht Dürfen?

11. August 2008

Schauen wir uns ein mögliches Szenario an: Sie möchten für Ihre weißen Schuhe Schnürsenkel kaufen. Auf Deutsch antworten Sie auf die Frage des Schuhverkäufers nach der gewünschten Farbe „Sie müssen weiß sein“, wenn Sie unbedingt weiße Schnürsenkel haben wollen, oder aber „Sie müssen nicht weiß sein“, wenn Sie zwar gerne weiße hätten, aber auch Schnürsenkel in einer anderen Farbe nehmen würden.

Während die erste Alternative auch auf Englisch „they must be white“ lautet, ist die korrekte Übersetzung für die zweite Alternative „they do not have to be white“ oder „they need not be white“. Das auf den ersten Blick näher liegende „they must not be white“ bedeutet nämlich „Sie dürfen nicht weiß sein“.

Dates und Appointments

25. Juli 2008

Wenn man im Gespräch mit Geschäftspartnern nicht aus Versehen das Private mit dem Geschäftlichen vermischen will, dann sollte man den Unterschied zwischen „date“ und „appointment“ kennen.

Ein Termin ist in Englisch nur dann ein „date“, wenn es um eine Frist oder ein Datum geht. Eine Besprechung oder ein Gesprächstermin ist immer ein „appointment“. Ein „date“ macht man im allgemeinen nur aus, wenn man romantische Absichten hat.

Thank you for your comprehension!

25. Juli 2008

Wie man „Verständnis“ korrekt ins Englische übersetzt, hängt vom Kontext ab: Das Substantiv „comprehension“ kommt von „to comprehend“ und bedeutet „Verständnis“ im Sinne von „etwas begreifen“. Das in der Überschrift geforderte Verständnis sollte also besser mit „Understanding“ übersetzt werden – es sei denn, man möchte seinen Lesern dazu gratulieren, daß sie etwas begriffen haben.